"Sound in the Silence" 2012 - Borne Sulinowo, Poland

Sound in the Silence 2012

Fortsetzung des interkulturellen Erinnerungsprojektes in Koszalin und Borne Sulinowo in Polen. Die zweite Begegnung der Jugendlichen des Gymnasiums Altona, Hamburg und dem Gymnasium Nr. 3 Koszalin (Zespół Szkół Nr 11 im. ks. Jana Twardowskiego) fand in der Gedenkstätte Borne Sulinowo/Polen und auf dem ehemaligen Militärgelände Borne Sulinowo, ehemals Groß Born/Pommern statt.

Nach einem zweitägigen Aufenthalt in Koszalin und Kołobrzeg, den ersten Treffen in der Schule sowie einem Besuch der Hamburger Jugendlichen bei polnischen Familien, fuhren die Jugendlichen gemeinsam nach Borne Sulinowo. Die 14-19-jährigen Jugendlichen arbeiteten mit Künstlern aus Hamburg, Koszalin und Wrocław zusammen. Die Schüler beteiligten sich an Theater-, Tanz-, -Perkussion-, Gesang- und Film- Workshops. In nur knapp drei Tagen entwickelten sie Beiträge in ihren jeweiligen Gruppen, die sie in einer Gesamtchoreografie in der Gedenkstätte Borne Sulinowo und in der Schule in Koszalin aufführten.
Die Jugendlichen beschäftigten sich mit der deutsch/polnischen und polnisch/russischen Geschichte von Borne Sulinowo. Borne Sulinowo -bis 1945 Groß Born in Pommern- war deutscher Truppenübungsplatz. Während des Krieges Standort von Kriegsgefangenenlagern, war Borne Sulinowo nach 1945 Garnisonsstadt der sowjetischen/russischen Armee bis 1992. Das ehemals militärische Sperrgebiet wird erst ab 1992 wieder bewohnt. Seitdem wird in Borne Sulinowo eine neue Stadt aufgebaut.
Das alte und neue Borne Sulinowo ist an vielen Orten sichtbar. Ruinen, Gräber und zerstörte bzw. umgenutzte Architektur zeugen von der wechselvollen Vergangenheit.
Die Jugendlichen wurden mit der Geschichte von drei Orten konfrontiert: den Spuren der Kriegsgefangenenlager im Wald, der Ruine des ehemaligen deutschen Offizierskasino und einem ehemaligen Wohngebäude der sowjetischen/russischen Armee.
Ausgehend von den Orten entwickelten die Jugendlichen ihre Ideen. Während des Einführungs-vortrags berührte die Jugendlichen insbesondere die Geschichte eines Briefes eines polnischen Offiziers an seinen 14jährigen Sohn aus dem Jahre 1944. Dieser Brief war lange verschollen und erreichte den Adressaten erst 2005 nach langwieriger Recherchearbeit durch Dariusz Czerniawski, den Leiter der Gedenkstätte in Borne Sulinowo. Der Brief und damit das Schicksal der Betroffenen wurden zum Schlüssel für die gemeinsame Performance.
Das Projekt und die jeweiligen Aufführungen in Koszalin und Borne Sulinowo erfuhren eine große Aufmerksamkeit bei Gemeindevertretern und Schulen. Die polnischen Partner haben das Projekt als sehr wichtigen Beitrag für die Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte eingestuft. Groß war auch das Interesse der lokalen Presse. Ein TV-Bericht erschien noch während der Projekttage in Borne Sulinowo.
Die Jugendlichen wurden von einem Filmstudenten begleitet, der ihre Arbeit in den Workshops und ihre Aufführungen in einem Videotagebuch festhielt. Ein Fotograf konnte vom polnischen Partner ENRS engagiert werden, so dass auch eine umfangreiche Fotodokumentation hergestellt werden konnte.

Dokumentation:
Berichte und Fotobuch, Fotograf: Marcin Oliva Sota, Tonaufnahmen: Christian Find,
Videotagebuch, Johannes Kubin und der Film, den die Hamburger Schüler für die Performance erstellten.

Jens Huckeriede hatte die künstlerische Leitung für das Gesamtprojekt, er leitete den Film-Workshop für die Jugendlichen, Montage: Doro Carl.

Künstler:
Ines Biedermann, Singer-Songwriter, Hamburg / Dirk Achim Dhonau, Musiker, Hamburg / Marta Łuczków, Tänzerin, Koszalin, Polen / Waldemar Ratuszniak, Schauspieler, Wrocław, Polen.

Schulen: Gymnasium Altona, Hamburg; Gymnasium Zespół Szkół Nr 11 im. ks. Jana Twardowskiego/Koszalin, Polen

Projektmanagement: MOTTE

Unterstützer und Partner: Gedenkstätte Borne Sulinowo; thede Filmproduktion; Generalkonsulat der Republik Polen; Hans Kauffmann Stiftung, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.; ; Eder&Partner; Deutsch-Polnisches Jugendwerk; Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Hamburg; Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburg; Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg; Gabriele Fink Stiftung; Mercado, EKZ Altona-Ottensen GbR; XKONTOR COMMUNICATIONS EK.; Neumann Consulting – International Relations; ENRS European Network Remembrance and Solidarity.