Im vergangenen Jahr konnten wir über eine zusätzliche Finanzierung für Sozialräumliche Integrationsnetzwerke (SIN-Mittel) ein neues Fußball-Projekt mit jungen geflüchteten Menschen starten. Zu Beginn fand es in der Notunterkunft Tasköprüstraße statt. Als diese früher als erwartet geschlossen wurde, planten wir in Absprache mit dem Jugendamt um und wendeten uns an die Unterkunft im Holmbrook. In relativ kurzer Zeit gelang es unseren engagierten Honorarkräften, dort Jugendliche kennenzulernen und eine offene Fußballgruppe aufzubauen.
Ab Ende Oktober konnten wir für das Projekt unsere Hallenzeit in der Schule Rothestraße nutzen. Seit dem kicken jeden Mittwochabend 15 bis 20 Jugendliche was das Zeug hält. Auch andere Angebote des MOTTE-Jugendbereichs haben einige der Teilnehmer*innen – zunächst eher zaghaft – für sich entdeckt. Sie besuchen unseren Offenen Jugendtreff oder nehmen Einzelhilfe in Anspruch, um ihr Deutsch und ihre schulischen Leistungen zu verbessern oder einen Ausbildungsplatz zu finden. Das alles findet in einem geschützten Rahmen statt, in Gemeinschaft mit anderen jungen Menschen, die die Angebote der MOTTE schon länger kennen und schätzen. Wir spielen, kochen und essen gemeinsam, machen Ausflüge und tauschen uns über alle Themen aus, die die jungen Menschen beschäftigen – auch über Sprachbarrieren hinaus.
Leider wurden die SIN-Mittel für 2026 hamburgweit um drei Millionen Euro gekürzt. Das betrifft nicht nur unser Angebot, sondern viele andere erfolgreiche Projekte, die schon länger in den Stadtteilen fest verankert sind und nun verkleinert bzw. beendet werden müssen.
Wir hoffen sehr, dass die ersten zaghaften Kontakte zu unseren neuen Besucher*innen bestehen bleiben und noch weitere junge Menschen aus den Unterkünften den Weg in die MOTTE finden, um hier an den für alle offenen Angeboten teilzuhaben. Trotz fehlender finanzieller Mittel (denn auch die Zuwendung für die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ziemlich prekär) werden wir uns weiterhin verstärkt um diese Zielgruppe kümmern und uns für ein Miteinander aller Nutzer*innen der MOTTE einsetzen.
