Ricardo Cabezas Gallano arbeitet im Jugendbereich der MOTTE und steht am Jubiläumswochenende mit seiner Band Cuico auf der Bühne. Im Interview erzählt er, was beim Fest für Jugendliche geplant ist, wie sich Bühne und Jugendarbeit für ihn anfühlen und was ihm an der Arbeit mit Jugendlichen besonders wichtig ist.

Wer bist du, seit wann bist du in der MOTTE und was ist deine Aufgabe in der MOTTE?
Ich bin Ricardo Cabezas Gallano. Ich arbeite seit 2020 in der MOTTE, kenne das Haus aber schon seit 2014. Ich bin Sozialarbeiter und arbeite mit Jugendlichen in der Offenen Jugendarbeit und in verschiedenen Projekten rund um Kunst und Musik.
Was ist deine Aufgabe beim Jubiläum?
Zusammen mit meinen Kolleg*innen aus dem Jugendbereich haben wir verschiedene Aktivitäten vorbereitet. Unter anderem gibt es einen Siebdruck-Workshop gegen Rassismus und einen Tag der offenen Tür in unserem Tonstudio, dort können sich Besucher*innen darüber informieren, was wir in der MOTTE im Bereich Musik anbieten.
Außerdem wird der Jugendtreff die ganze Zeit geöffnet sein. So können die Besucher*innen direkt sehen, was ein Jugendtreff ist und welche Angebote wir für Jugendliche haben, zum Beispiel Bewerbungshilfe, psychologische Unterstützung, pädagogische Angebote und Beratung.
Du arbeitest sonst im Jugendbereich der MOTTE und stehst am Wochenende mit deiner Band Cuico auf der Bühne. Fühlt sich das anders an, die MOTTE mal von der Bühne aus zu sehen?
Ja, es ist schon ziemlich interessant. Aber Musik ist ein Teil meines täglichen Lebens, deshalb sehe ich mich eigentlich nicht in einer anderen Rolle, sondern immer noch in der gleichen, die ich jeden Tag in der MOTTE habe: als Sozialarbeiter und als jemand, der mit Musik arbeitet. Es ist eine schöne Möglichkeit, gemeinsam und partizipativ zu zeigen, was wir machen.
Was ist dir in der Arbeit mit Jugendlichen besonders wichtig, was würdest du jemandem sagen, der von außen nicht viel damit anfangen kann?
Das Wichtigste für mich ist, dass die Arbeit mit Jugendlichen die eigene Sicht auf die Welt verändert. Man lernt, viele Dinge entspannter zu sehen, geduldiger zu sein und sich nicht über Dinge zu stressen, die eigentlich nicht so wichtig sind. Die Arbeit mit Jugendlichen bringt uns viel Freude und gleichzeitig viel Lernen, sie hilft uns auch, selbst bessere Menschen zu werden.
Besonders schön an der MOTTE finde ich, dass sich die Jugendlichen in ganz unterschiedlichen Bereichen entwickeln können, musikalisch, beruflich oder auch in ihrer schulischen und akademischen Entwicklung. Das stärkt am Ende auch unsere Gesellschaft.
Was ist dein persönliches Highlight an diesem Wochenende, die Bühne oder etwas ganz anderes?
Ich glaube, mein persönliches Highlight ist die Beteiligung einer Gruppe von Menschen, die an eine bessere Welt glaubt und versucht, durch Kunst, Ausdruck, Kommunikation und direkte Hilfe etwas zu bewegen. Das ist für mich die MOTTE: ein Kulturzentrum und ein Ort für soziale Arbeit, der aus der Gemeinschaft entstanden ist und auch in der Gemeinschaft bleiben sollte. Und genau das sieht man auch in diesen 50 Jahren gemeinsamer Arbeit.
Cuico treten am Samstag, 05.09. auf dem Free Musikfestival auf. Der Eintritt ist frei.